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Mit Currywurst und Mut zu Neuem

 

Weniger Katholiken, weniger Geld: Mit einer Veranstaltung startete die Pfarrei St. Antonius einen Zukunftsprozess / Katholische Kirche im Essener Westen stellt sich neu auf / Auch Gebäude stehen auf dem Prüfstand.

Mit einer Kick-Off-Veranstaltung ist die Pfarrei St. Antonius im Essener Westen in den Pfarreientwicklungsprozess gestartet. Mehr als 200 Personen kamen zum Auftakt in die ehemalige Kirche St. Mariä Geburt. "Neben Aktiven aus unseren Gemeinden sind auch Viele der Einladung gefolgt, die sonst wenig oder überhaupt nichts mit der katholischen Kirche zu tun haben", zeigt sich Pfarrer Ludger Blasius zufrieden mit der Beteiligung und der Zusammensetzung.

 

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Die Teilnehmenden arbeiteten an unterschiedlichen Fragen zur Zukunft von Kirche in den einzelnen Stadtteilen, sie äußerten wie gewünscht Ideen, Kritik und Vorschläge, wie sich die Kirche im Essener Westen in Zukunft neu aufstellen kann. Unter dem Motto „Antonius sucht den K.I.C.K.“ will sich die katholische Kirche im Essener Westen bis Ende 2017 neu aufstellen. Der Koordinierungsausschuss wertet die Ergebnisse nun aus. Und geht gezielt auf die Menschen zu, die sich aktiv am Prozess weiter beteiligen möchten. "Wir sind sehr zufrieden. Der Auftakt stimmt mich froh für den Prozess und dessen Ergebnisse", so Pfarrer Blasius.

Schon der Ort für die Versammlung war ein Symbol für die Veränderungen, vor denen die Kirche steht: Das „LIGHTHOUSE“, Liebigstraße 1, gehörte bis 2013 als damalige Kirche St. Mariä Geburt zur Pfarrei St. Antonius. Die Pfarrei verkaufte das Gotteshaus damals an die baptistische Gemeinde. „Unsere Stadtteile, unsere Stadt und unser Bistum haben sich deutlich verändert“, erklärt Pfarrer Ludger Blasius. „Was früher selbstverständlich war, ist es heute nicht mehr. Die Situation, in der wir Kirche sind, hat sich dramatisch verändert. Wir müssen uns kritisch die Frage stellen, was wir als Pfarrei und Gemeinden wollen. Was ist uns wichtig? Wie wollen und können wir in unseren Stadtteilen Kirche sein? Was können wir verbessern - und auch worauf können wir verzichten?“, so der Geistliche.

Pfarrei muss 30 Prozent einsparen
Vor allem die Frage nach Verzicht scheint angesichts stagnierender Kirchensteuereinnahmen und steigenden Kosten dringlich. Das Bistum und damit auch die Pfarrgemeinden müssen sparen. „Konkret heißt das, dass wir rund 30 Prozent unseres gesamten Haushaltes einsparen müssen“, so Pfarrer Blasius. Daraus folge die Frage: „Was können und wollen wir uns in Zukunft leisten? Was ist unverzichtbar und was ist verzichtbar? Auch Liebgewonnenes kommt hier auf den Prüfstand“, so Blasius. Dies sagt er auch mit Blick auf kirchliche Gebäude wie Gotteshäuser und Gemeindezentren, deren Unterhalt und Instandhaltung die größte Haushaltsposition bilden.

Es stehen viele wichtige Fragen im Raum. Um darauf in den kommenden anderthalb Jahren gute Antworten zu finden, lädt die Pfarrei alle zum Mitdenken ein und startet den Prozess mit einer offenen Veranstaltung. „Egal ob Katholiken, andere Christen oder Nichtchristen: Alle, die sich mit uns gemeinsam Gedanken zur Zukunft der Kirche machen wollen, sind herzlich willkommen.“ Die Pfarrei suche bewusst breit Ideen und Anregungen, genauso wie Kritik. Dafür stehe auch das Motto „K.i.C.K  - Kritik, Ideen, Currywurst und Kirche. Warum Currywurst? „Der Mensch lebt nicht allein vom Wort und guten Ideen“, so Blasius. Und wie die Currywurst sei auch die katholische Kirche nicht aus dem Ruhrgebiet wegzudenken.

Eine der größten Pfarreien im Bistum
Zur Pfarrei St. Antonius gehören fünf Gemeinden mit insgesamt knapp 33.000 Katholiken. Damit ist sie eine der größten Pfarrgemeinden im Bistum Essen. Zur Pfarrei gehören die Gemeinden St. Antonius und St. Elisabeth (beide Frohnhausen), St. Mariä Himmelfahrt (Altendorf), St. Mariä Empfängnis (Holsterhausen), Zur Heiligen Familie (Margarethenhöhe), sowie die polnisch-sprachige Gemeinde an St. Clemens Maria Hofbauer (Altendorf) und die Seelsorge am Klinikum. Weitere Informationen unter www.st-antonius-essen.de und http://www.bistum-essen.de/info/pfarreien-gemeinden/pfarreientwicklungsprozess/ (mik)

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